Stuttgart / Chicago: Holocaust-Leugner Rudolf wird ausgeliefert

Der als Holocaust-Leugner verurteilte Germar Rudolf wird am kommenden Dienstag von den USA nach Deutschland abgeschoben. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten". Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft sucht den 41-Jährigen seit Mitte der 90er Jahre mit Haftbefehl. ...

Beamte des Bundeskriminalamtes werden Rudolf in Frankfurt in Empfang nehmen, so das Blatt in seiner Wochenendausgabe. Rudolf sei Mitte Oktober in den USA festgenommen worden, als er bei der amerikanischen Einwanderungsbehörde in Chicago die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragen wollte.

Das Landgericht Stuttgart hatte ihn 1995 wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Aufstachelung zum Rassenhass zu elf Monaten Gefängnis verurteilt. Noch vor dem Antritt der Haftstrafe war der ehemalige Mitarbeiter des Stuttgarter Max-Planck-Instituts geflohen.

"Rudolf-Gutachten" leugnet Zyklon B-Einsatz
1991 hatte er das so genannte "Rudolf-Gutachten" verfasst. Auf 120 Seiten kommt er zu dem Schluss, dass in den Gaskammern von Auschwitz "niemals" Zyklon B eingesetzt worden sei. In der Schrift wird anhand behaupteter "wissenschaftlicher Analysen" von Gesteinsproben aus dem Konzentrationslager die Massenvergasung von Juden geleugnet.

Ein anderer Holocaust-Leugner, der aus Kanada abgeschobene, 66-jährige Ernst Zündel, steht seit vergangener Woche wegen Volksverhetzung vor dem Mannheimer Landgericht. Der Prozess wurde allerdings noch vor Verlesung der Anklageschrift vertagt. Erst wurde der mit einem Berufsverbot belegte frühere NPD-Anwalt Horst Mahler von der Verteidigung Zündels ausgeschlossen. Daraufhin hatte die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter erwirkt. Darüber wird nun am Dienstag entschieden.

Quelle: SWR Nachrichten Stuttgart, Meldung vom 12.11.2005