AG Weiden: Klage gegen Stadtjugendring wegen Absage eines Neonazikonzertes abgewiesen

Das Amtsgericht Weiden hat gestern die Klage eines 22-Jährigen aus der rechtsextremen Szene gegen den Stadtjugendring Weiden abgewiesen. Der hatte einem Neonazi aus dem Landkreis Neustadt/WN, der ein Konzert mit rechtsextremer Musik im Weidener Jugendzentrum veranstalten wollte, den Ton abgedreht. ...

Die Betreiber des Weidener Jugendzentrums fielen Ende Januar dieses Jahres aus allen Wolken, als die Bandnamen für ein schriftlich vereinbartes Konzert bekannt wurden: Statt „Nachwuchsbands aus der Umgebung“ Weidens, wie vom Veranstalter angekündigt, sollten sich einschlägige Bands aus der rechten Musikszene wie „Blutstahl“, „Frontalkraft“ oder „Confident of Victory“ auf der JuZ-Bühne präsentieren. Der Stadtjugendring sagte das Konzert daraufhin sofort ab, handelte sich aber postwendend eine Klage ein.
Bürgerinitiativen gegen Rechts warnen vor der Masche rechtsradikaler Konzertveranstalter: Sie deklarierten die Konzerte, bei denen meist aggressive Texte zu eingängiger Musik unter das Volk gebracht werden, als harmlose Geburtstagsfeste oder Nachwuchsauftritte. Sage der getäuschte Saalbesitzer dann aber ab, pochten die Veranstalter auf ihren Vertrag.
So auch im Weidener Fall: Der 22-Jährige habe höflich, aber bestimmt auf einem schriftlichen Vertrag bestanden, beschrieb die Anwältin des verklagten Jugendpflegers, Anne-Marie Ebert, das „durchdachte Vorgehen“ des Neonazis.

Autor: fu
Quelle: Mittelbayrische (Zeitung) Regensburg
Meldung vom 30.11.2005