LG Koblenz: Bewährungsstrafen für Rechtsextreme

Das Koblenzer Landgericht hat vier weitere geständige Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft Westerwald zu Bewährungsstrafen verurteilt. ...

Ein 48-Jähriger erhielt ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Zwei weitere Männer im Alter von 20 Jahren wurden zu Haftstrafen von eineinhalb Jahren beziehungsweise 15 Monaten auf Bewährung verurteilt. Eine 17-Jährige soll eineinhalb Jahre lang von einem Bewährungshelfer betreut werden. Mit dem Urteil lag das Landgericht knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, der sich die Verteidigung im Wesentlichen angeschlossen hatte.

Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung
Die vier Angeklagten hätten sich der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung schuldig gemacht, hieß es zur Begründung. Das Urteil lautet zudem auf Landfriedensbruch und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Die drei Männer und eine Frau waren nach Überzeugung des Gerichts an einem Angriff auf angebliche Linke am Rande eines Punkkonzertes in Daaden im Kreis Altenkirchen beteiligt. Als strafmildernd wurden frühzeitige Geständnisse der Angeklagten gewertet. "Außerdem können wir allen eine positive Sozialprognose ausstellen", sagte der Vorsitzende Richter. Die Verurteilten hätten jetzt alle "ordentliche Wege" eingeschlagen.

Bereits am vergangenen Montag hatte das Landgericht Strafen von bis zu zwei Jahren Haft auf Bewährung gegen sieben andere geständige Mitglieder der Kameradschaft verhängt. Der Prozess gegen insgesamt 16 Angeklagte hatte Mitte November begonnen.
Der Hauptprozess mit fünf Angeklagten soll am Montag fortgesetzt werden.

Quelle: SWR - Nachrichten
Meldung vom 30.11.2005