AG Oranienburg: 2 Frauen wegen Hitlergruss gegenüber ausländischer Reisegruppe verurteilt

ORANIENBURG Unglaubliche Szenen haben sich am Mittwochmittag auf dem Oranienburger S-Bahnhof abgespielt. Eine ausländische Reisegruppe, die die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen besuchen wollte, wurde von zwei jungen Frauen mit rechtsradikalen Parolen regelrecht traktiert. Die Strafe folgte jedoch gleich auf dem Fuß: Beide Frauen sind gestern in einem so genannten beschleunigten Verfahren vom Amtsgericht Oranienburg verurteilt worden. ...

Die Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren konnten am Mittwoch von der Polizei zunächst vorläufig festgenommen werden. Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft beantragte dann gestern gegen sie das beschleunigte Gerichtsverfahren.

Die Reisegruppe von 36 Personen war mit der S-Bahn von Berlin gekommen. Kanadier, US-Amerikaner, Neuseeländer, Niederländer und Teilnehmer aus Singapur gehörten zu der Gruppe, die eine Reise unter dem Motto "Concentration Camp Memorial" durchführte. Eine Station dieser Tour war auch die Gedenkstätte in Sachsenhausen.

Auf dem Bahnsteig in Oranienburg tauchten dann die beiden jungen Frauen auf. Das Duo begleitete dort die gerade in der Stadt angekommene Gruppe im Gleichschritt. Dabei sangen die beiden Frauen "Weißer arischer Widerstand" und zeigten zudem den Hitlergruß. Beide Frauen standen unter Alkoholeinfluss. Sie konnten von der Polizei noch in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs gestellt werden.

Die 19-Jährige war bereits mit ähnlichen Straftaten in der Vergangenheit aufgefallen. Die Frau befand sich gestern noch in Polizeigewahrsam. Sie wurde wegen Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Jugendstrafe von zehn Monaten verurteilt. Gegen die 18-Jährige, die bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war, hat das Amtsgericht zwei Freiheitsarreste verhängt.

Quelle: MAZ - Märkische Allgemeine
Autor: sim
Meldung vom 16.12.2005